3 Dinge, die Führungskräfte am Pokertisch lernen können (Teil 1 von 3)

Virtuelles Teambuilding: Drei Ideen für starke Teams im Homeoffice

Große Bluffs. Eiskalte Mienen. Gigantische Einsätze. Spätestens wer James Bond – Casino Royal gesehen hat, kennt diese Bilder im Zusammenhang mit Poker. Doch als ehemaliger Poker-Profi weiß ich, dass Poker viel mehr zu bieten hat als das. Viel, viel mehr! Es ist ein Erlebnisraum, der spielend neue Perspektiven öffnet. Wie wir entscheiden. In welche Fallen wir systematisch treten. Welcher Fokus förderlich ist und welcher unnötige Stress verursacht. Wie unterschiedlich Menschen ticken und vieles mehr.

Poker ist ein Spielfeld, das Spaß macht und im Gedächtnis bleibt. Ein Ort für spielerische Führungskräfte-Entwicklung, an dem es viele Learnings zu gewinnen gibt. Learnings, die auch im Business-Spiel einen Unterschied machen zwischen Erfolg und Niederlage. In diesem Artikel teile ich drei Learnings, die einer Führungskraft dabei helfen, sich weiterzuentwickeln. In diesem Artikel stelle ich dir das erste davon vor – weitere folgen (also einfach Newsletter abonnieren).

Learning 1: Es geht viel mehr um die Karte der anderen, als um deine eigenen

Ich erinnere mich noch gut an meine Anfangszeit am Pokertisch. Ich warte geduldig auf gute Karten. Endlich ist es soweit. Ich habe zwei Asse auf die Hand bekommen. Die besten Startkarten! Ich lege los und setzte ordentlich Jetons. Der Pot wird immer größer und ich bin ganz fasziniert. Von diesen wunderschönen Assen.

Dabei bemerke ich allerdings gar nicht, dass sich gerade alles verändert. Die Gemeinschaftskarten haben mein Blatt verschlechtert. Und plötzlich meldet sich auch noch ein sehr ruhiger Spieler zu Wort. Alarm! Doch all das geht an mir vorbei. Denn ich habe nur Augen für mein Blatt. Für meine Karten. Das ganze nimmt kein gutes Ende. Ich verliere die Hand und ärgere mich. Dabei lag der Fehler bei mir! Ich hatte nur Augen für meine eigenen Karten.

Und im Business? Ist es das Gleiche. Wie oft haben wir eine Idee oder Meinung von der wir begeistert sind. Oder ein Produkt, in das wir all unser Herzblut gesteckt haben. Dabei passiert es leicht, die „Karten“ der anderen aus dem Blick zu verlieren. Die Einwände, die Kritikpunkte, die gegenteiligen Meinungen. Ohne es zu merken, verrennen wir uns und halten an unserem „Blatt“ fest. Wir geben Gas, statt auf die Bremse zu treten. Wir „reden“, statt zuzuhören. Wir investieren fleißig weiter unsere Ressourcen („Chips“), obwohl es besser wäre, sie zusammenzuhalten.

All das ist menschlich. Doch es kostet uns immer wieder Zeit, Geld und Nerven . Und als Führungskraft schnell auch mal die Reputation. Doch es geht auch anders. Indem wir uns immer wieder daran erinnern:

…unsere „Karten“, d.h. unsere Meinungen, Sichtweisen und Produkte, sind zwar wichtig. Aber die „Karten“ der anderen Mitspieler:innen sind noch wichtiger.

Und das Schöne im Business ist: hier können wir die anderen fragen und so Antworten erhalten, die uns dabei helfen optimal zu spielen. Versuch das mal am Pokertisch 😉.

In diesem Sinne – mach das Beste aus deinen Karten (und den Karten deiner Mitspieler:innen)

Tino

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